SIGNO - Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung

Michael Siemer

Bringt Ordnung ins Chaos: Sortiermaschine für Dichtungsringe

„INSTI ist für mich gleichbedeutend mit Beginn, mit Fortschritt und mit Erfolg.“
(Michael Siemer)

Als chaotisches Schüttgut kommen Lippendichtungsringe, auch als O-Ringe bekannt, aus der Fertigung. Für den anschließenden Transport müssen sie sortiert und verpackt werden. Dieser Arbeitsschritt war bislang ausschließlich von Hand möglich. Das Lohnniveau ist für viele Hersteller aber ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, da Dichtungsringe preissensible Artikel sind. Nur wenige Cents pro Stück sind die Abnehmer, z. B. Abwasserrohrhersteller, bereit zu zahlen. Die Folge: Viele Firmen fertigen zwar in Deutschland, dann aber lassen sie die Dichtungsringe in Billiglohnländer transportieren und dort sortieren und verpacken. Trotz des immensen logistischen Aufwandes ist dieses Verfahren günstiger, als in Deutschland selbst zu konfektionieren.


Bild: Gummi- und Kunststoffschüttgut in Ringform vereinzeln, sortieren und verpacken

Michael Siemer aus Vechta erkannte dieses Problem. Und es gelang ihm, eine Lösung zu finden: Er entwickelte eine automatische Ringsortiermaschine. Nach seinen Plänen fertigte der Anlagenbauer Apullma einen funktionsfähigen Prototyp. Pro Stunde vereinzelt, sortiert und verpackt diese Maschine rund 30.000 DIN-100-Lippendichtungsringe.

Und so funktioniert’s: Das angelieferte Schüttgut wird in einen Bunker gefüllt, von dem aus die O-Ringe über Förderbänder in einem mehrstufigen Prozess vereinzelt und zu einer optischen Kontrollstelle transportiert werden. Dort wird jeder Ring – mittels eines ebenfalls vom Erfinder selbst entwickelten, vollautomatischen Inspektionssystems – vermessen. Alle einer vorher festgelegten Norm nicht entsprechenden Teile werden aussortiert. Die für gut befundenen Ringe werden weiter transportiert, falls erforderlich gewendet und in frei definierbaren Chargen an eine Verpackungseinheit übergeben. Hier werden sie mit Schrumpffolie verpackt und anschließend kartoniert.

Mit seiner Sortiermaschine eröffnet Michael Siemer Dichtungsherstellern hierzulande neue Perspektiven. Der Vorteil liegt nicht nur in geringeren Kosten, sondern ebenso in einer höheren Qualität: Fehlerhafte Ringe werden automatisch erkannt und aussortiert. Zugleich ermöglicht der Sortierprozess ein effizientes Qualitätsmanagement, denn der Hersteller erhält eine exakte Auswertung über die Fehlerquoten der produzierenden Maschinen. Erste Sondierungsgespräche mit potenziellen Abnehmern deuten außerdem darauf hin, dass die Hersteller davon ausgehen, dass sich die Investition in eine Sortiermaschine innerhalb kürzester Zeit amortisieren kann.



Unterstützung bei der Patentanmeldung seines Verfahrens erhielt der Erfinder durch die INSTI-KMU-Patentaktion. Ein Unternehmensberater hatte ihn auf das Förderprogramm aufmerksam gemacht.

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Siemer
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Diese Erfolgsgeschichte entstand vor April 2008, als SIGNO noch unter der Marke INSTI geführt wurde. Deshalb wird im Text von "INSTI" gesprochen.